Sonntag, 18. Juni 2017

Fernlicht

Seitdem ich den Buick habe, nervt mich eine Sache jedesmal wenn ich es benutzen will.
Das Fernlicht - sowie überhaupt die gesamte Außenbeleuchtung - läuft über den originalen Lichtschalter.
Im Gegensatz zu den ollen Sealedbeamkrempel, haben die für Deutschland verbauten Halogenscheinwerfer allerdings wesentlich mehr Dampf. Mit dem Ablendlicht kommt der Schalter so gerade noch klar, aber sobald das Fernlicht aktiviert wird, ist es schnell vorbei. Nach ein paar Sekunden fängt das Licht an zu flackern. Der Schalter wird durch die Belastung so dermaßen heiß, das er schlicht aufgibt.
Das ist kein Zustand auf Dauer. Schlecht für Schalter und Kabelbaum. Und ein funktionierendes Fernlicht ist ja letztlich schon ganz angenehm.

Die Lösung heißt: Relais.

Diese liegen auch schon eine gefühlte Ewigkeit in der Schublade rum. Aber wie das so ist, diese Arbeit wurde wie so viele andere auch etwas weit nach hinten geschoben....

So, aber jetzt hatte ich Zeit und Lust:


Literatur, Schaltplan, Relais und Stromkrempel





beim durchforsten der Kabel wurde mir schnell klar, das der Kabelbaum auch mal erneuert werden darf.

Ja, das ist besser


Mann sollte den Verlust nicht verachten, welcher besteht, wenn alles über den Schalter läuft.
Ohne Relais kamen beim Abblendlicht nur noch schlappe 10,8 Volt an. Jetzt läuft das ganze Brett vorne durch und man sieht es auch deutlich in der Nacht. Es ist spürbar mehr
Ausleuchtung vorhanden - vom Fernlicht ganz zu schweigen.
Supi.

Wenn Bremsflüssigkeit verschwindet,...

...dann ist eine intensive Suche angebracht.

Der Füllstand im HBZ des Buick´s war seltsamerweise gesunken. Ohjeh, wo ist das nur hin?
Als erstes kroch ich unter den Wagen und betrachtete alle Leitungen ausgiebig.
Aber nix, alles trocken.
Dann die Räder runter und nach den Bremszylindern geschaut.
Aber auch da war alles gut.
Hmm, sollte es doch der HBZ selber sein?
Und siehe da, nach einer Fühlprobe unterhalb des Gehäuses, hatte ich Bremsflüssigkeit an den Pfoten.
Toll, hätte ich vielleicht besser mal zuerst nachgesehen.
Gut, aber wo kommt die her?
Der HBZ ist nich so dolle alt. Nach genauem hinsehen viel mir auf, das der Gummi im Deckel geschrumpft ist.
Nanu?
Tatsächlich deckte er den Behälter nicht mehr vollständig ab und war auch ganz schön hart geworden.
Was ist denn das?
Glücklicherweise hatte ich meinen alten HBZ noch aufbewahrt. An diesem war auch noch der sehr gut erhaltenen Abdeckgummi vorhanden.
Ein Vergleich zeigte schnell, das der Repromist direkt was für die Tonne ist.
Deckel drauf und nu ist alles wieder dicht.



Hier gut zu sehen: Links Repro, Rechts Original


Die Reprodichtung sitzt so gerade noch auf dem HBZ

Die Originale hingegen sitzt perfekt

Deckel drauf und das war es.

Neues Lackkleid

Der Käfer ist vom Lackierer zurück.












Mittwoch, 31. Mai 2017


No Fuel Today

Da fährt man mal ein paar Tage nicht - Zack! - direkt was im Eimer.

Ich gehe morgens zur Garage, mache die Karre an, fahre raus, steige aus um das Tor zu schließen - da verstirbt der Motor.
Nanu?
Mal auf Reserve geschaltet, aber nix. Aus.
Also Haube auf und drunter geschaut. Kein Leck zu sehen, aber im Vergaser ist trotzdem kein Treibstoff. Filter von der Leitung gelöst - da ist Sprit. Handhebel der Benzinpumpe betätigt. Nix, kein Benzin sondern nur schmatzen und röcheln sind zu vernehmen.
Aha! Die Pumpe ist im Mors.
Also raus damit, habe ja nix anderes zu tun....


zum Glück ist umfangreiches Werkzeug an Bord

da unten drin hing das Aas



direkt mal zerlegen

da ist der Übeltäter

der olle Korkdichtring hatte sich verabschiedet und somit war keine Unterdruck mehr möglich

in der Halle hatte ich zum Glück noch einen originalen Dichtsatz

dabei ist auch einer für die Pumpe

neue Dichtung in den Deckel

Deckel drauf und fertig

Schlechte Peilung

Beim 170er kommen ja satte vier Liter Motoröl in den Motor rein - he, nicht lachen! Beim Buick sind es als Beispiel ja gerade mal 0,7 Liter mehr!
Gute, jedenfalls zeigte der Meßstab nach einem Ölwechsel immer mehr als vier Liter an. Letztlich vertraue ich der genormten Ölkanne und dem Inhalt der Ölkanister mehr als einem ollen Peilstab. Und wenn man es weiß, ist es ja gut. Doof fand ich das trotzdem.
Wollte ich immer mal bei, aber wie das so ist...sowas schiebt sich immer weiter raus.

Tschja, in letzter Zeit bemerkte ich, daß sich der Ölstand garnicht mehr verringerte beim fahren. Denn seine 50-100ml nimmt er sich normalerweise schon auf 100 Kilometer - was laut WHB auch völlig im Rahmen ist. Kein Grund zur Sorge also.
Aber wie gesagt, seit geraumer Zeit tat sich am Ölstand nichts mehr.
Hmm, sollte sich der Ölstand aus irgend einem Grund erhöhen Nach Benzin roch es nicht und Wasser war auch keines drinne.
Komisch.
Irgendwann empfand ich den Motor auch als etwas lauter als sonst und nach langer Fahrt ging der Öldruck auch weiter runter als üblich. Irgendetwas stimmte nicht.

Jedenfalls machte ich mich nun auf die Suche um herauszufinden, ob es da nicht vielleicht unterschiedlich lange Ölmesstäbe für den 170er geben könnte. Ich dachte da jetzt an so Foreninfos oder sowas.
Aber nicht mit deutschen Ingenieuren!
Es gibt doch tatsächlich ein Datenblatt von Mercedes Benz über die unterschiedlichen Längen von Peilstäben bei diversen 170er Modellen!
Ach du liebe Güte, das ist ja Prima.
Ein Blick durch die Konstruktionszeichnungen brachte schnell die Erkenntnis, daß es sich bei meinem Peilstab um den richtigen für diesen Motor handelte. Natürlich waren höchst präzise Maßangaben der Zeichnung beigefügt.
Na Bestens, da kann ich doch gleich mal nachmessen!

Und sieh da! Bei meinem Peilstab stimmte die Position des Anschlages nicht!
Dieser hatte sich gelöst und war bei jedem nachmessen leicht nach oben gerutscht. Anfangs wohl sehr gering, aber in letzter Zeit wohl doch mehr als sonst. Somit zeigte der Peilstab immer noch soviel an wie üblich (also etwas über Voll ) - aber in Wirklichkeit fehlte schon eine ganze Menge Öl. Als ich das wieder gerichtet hatte, mußte ich satte 1,6 Liter nachkippen.

Der Motor läuft jetzt wieder gewohnt ruhig und der Öldruck ist nach langer Fahrt auch wieder da wo er hingehört.

Auweia, nochmal Glück gehabt.



So, nach dem richten stimmte auch das Maß wieder

Bis zum bitteren Ende

Der rote Mach I stand wieder auf der Matte. Bremsen platt, Reifen runter, HU steht an.

wurde Zeit




 Die ganze Karre ist ein astreiner Überlebener der "typischen" Amifahrerära der Vor-H-Kennzeichen Zeit. Sogar der Fahrer ist noch so ein Überbleibsel:

Brüllauspuff und Billigchromfelgen in extrabreit...

...Billigchromgefoppel im Motorraum...


...Zubehörschriftzuggedöns, damit es ja keine Mißverständnisse gibt...
...der überfüllte Aschenbecher...

...und natürlich der Klassiker im Schaufenster.
Der geneigte Hipster oder Hakenzeichenuscartreter mag angesichts dieser Bilder sicherlich höhnisch lachen. Aber der Mann und seine Spachtelkarre sind halt True. Das war früher nunmal oft so und der macht das auch gnadenlos noch heute so.
Und das wichtigste ihr Wochenendkrieger: der Mann fährt immer!

Danke