Mittwoch, 28. September 2016

Reproschrott

Boar, schlechter Reprokram nervt.
Klar kann man froh sein, das sich jemand hinsetzt und nicht mehr gefertigte Teile nachproduziert. Aber was nützt es, wenn die scheiße sind? Es ist ja nicht so, daß ich nicht bereit wäre Geld dafür auszugeben wenn das Reproteil funktioniert bzw. paßt. Aber wenn es teuer ist und nichts davon erfüllt, dann kotze ich halt.

Bei mir sind gerade die Repro-Zündkontakte der Stein des Anstoßes. Der (statische) Zündzeitpunkt wandert immer wieder. Und er läßt sich auch nur recht schlecht einstellen, weil die Trägerplatte ungenau ist, aus zu weichem Material besteht und sich somit verbiegt. Und zu allem Überfluß verschleißt der Kontakt überduchschnittlich schnell. Schleifkorpus sowie Kontaktfläche sind nach einem halben Jahr ein Fall für die Tonne.
Jetzt fahre ich halt im Gegensatz der meißten Oldtimermotorradbesitzer nicht nur im Sommer am Sonntag 10 Kilometer im Kreis, sondern halt nahezu täglich. Da kommt halt was zusammen.
Klar, für die 100 Kilometer im Jahr die so ein Oldtimerkrad (in der Klasse der Zündapp DB) wohl so zusammenknattert, na dafür reicht auch der Reprokontakt. Aber für mich ist das leider garnix. Das fahre ich ja manchmal am Tag.

Also was tun?
Nun, da ich derzeit nicht auf Oldtimermärkten rumrenne und der nächste noch was hin ist, habe ich halt meinen Fundus durchkämmt und aus meinen alten, gebrauchten, Zündkontakten die brauchbarsten Originalkontakte wiederverwendet.
Tja, Zündzeitpunkt läßt sich supi einstellen und der Motor springt direkt an und läuft tasächlich ruhiger.
Der Vergaser ist jetzt das letzte Sorgenkind, da ist immer noch nicht alles so wie es sein soll.
Aber das wird schon noch.




Mal alles mitgenommen was ich noch so hatte. Wie gut das ich von dem alten Kram aber auch jaaanix wegwerfe.

Hier auf dem Bild schön zu sehen: die Trägerplatte links oben ist Repro, die rechts oben ein Original von Bosch. Man sieht deutlich wie grob die Reproplatte dagegen ist und wie unexakt die Löcher gestanzt wurden

Ich hatte sogar noch gutes Kontaktfett



Dienstag, 27. September 2016

Wissenswertes

Sooo, jetzt habe ich ja schon ein paar Wochen Alltag hinter mir und muß sagen, daß er sich recht gut schlägt. 
Einzige Ausfallerscheinungen bisher waren ein zu früh öffnender Thermostat und ein inkontinente Achsmanschette. Dies wurde mit einer Neujustage aber wieder beseitigt. Der Thermostat kommt jetzt die Tage mal dran.
Erfreulich ist auch, das die Elektrik ohne murren ihren Dienst vollzieht. Da hat sich die Arbeit offensichtlich gelohnt. Macht richtig Laune damit Nachts zu fahren.
Die Spur wurde jetzt auch nochmal sauber eingestellt und mit der Zündeinstellung bin ich auch fast zufrieden. Jetzt kam noch ein weiterer Ölwechsel dazu. Da habe ich dann von 10W40 auf SAE 30 umgestellt. Das 10W40 habe ich zweimal hintereinander als Spülöl verwendet. Mal gucken wie sich das SAE 30 so verhält. Jetzt zum Winter hin muß ich eh wieder was dünneres nehmen.

Desweiteren hat man mit dem Wagen allerdings keine Ruhe. Also es ist schon extrem, muß ich sagen. Egal ob beim Tanken, einkaufen oder aus dem Auto aus/einsteigen - nahezu immer ist jemand zur Stelle der Redebedarf hat.
Dabei sind die Meinungen durchaus geteilt. Der überwiegende Teil ist fasziniert oder gar begeistert. Fremde Leute winken einen zu, machen Fotos usw. Kinder reagieren auch hocherfreut auf den Wagen.
Und es gibt natürlich Menschen die das Äußere komplett ablehnen. Die sind teilweise richtig erbost!

Und dann gibt es auch noch so Leute wie meinen Nachbarn von gegenüber....
Der 170er ist ja wahrlich nicht mein erstes altes Auto und ich wohne schon länger hier,
aber jetzt, ja jetzt kam mein Nachbar rübergestiefel, beglückwünschte mich und erzählte von seiner Ausbildung zum KFZ-Mechaniker Ende der 50er.
Er habe selber noch an diesen Autos geschraubt, darauf fahren gelernt usw. Und er fand es toll, daß er so ein Auto wieder mal zu Gesicht bekommt und ein "junger" Mensch sich noch dafür interressiert. Ja und deshalb übergab er mir zu treuen Händen ein Buch, welches er von seinen Eltern noch zur Ausbildung geschenkt bekam und welches ihm zeit seines Arbeitslebens gute Dienste leistete:


Das ist ein fantastisches Buch. Der 170er wird hier auch recht oft als Beispiel herangezogen:




Mittwoch, 21. September 2016

Meldung

Jetzt habe ich mich dann doch mal dazu bewegen können den Finsteren anzumelden. Ich habe aber ein paar Umwege genommen und ihn nicht in Köln angemeldet. Köln und seine Behörden können mich mal im Dunkeln besuchen. Da will ich nix mehr mit zu tun haben.
Wie dem auch sei, nun ist er offiziell unterwegs auf unseren zerstörten Straßen. Da kommt das weiche Fahrwerk gerade recht. Im Nachkriegsdeutschland waren die Straßen schließlich auch nicht die Besten.
Tja, wie ist es denn nun so?
Hmmm, sehr anders möchte ich sagen. Gemütlich. Kraftvoller als ich dachte. Nicht spritzig aber ein bäriger Durchzug. Laut ist er leider doch ziemlich. Die monströse Fehlzündung auf dem Gelände des TÜV´s (die haben ihn vorher völlig absaufen lassen) hat doch den Schalldämpfer gekillt.
Aber es ist schon geil. Fährt sich ganz schön alt - und ich fahre ja nun wirklich schon lange alte Autos. Allerdings ist es ehrlich gesagt jetzt auch nicht eine sooo große Umstellung. Die Bedienung ist ja nahezu identisch mit heutigen...also mit Autos bis ca. Bj. 2000 sage ich mal.
Aber er erzieht zu bedächtigem fahren, das kommt sofort rüber. Keine Chance für Hektik - obwohl er untenrum doch recht schnell recht flott wird. Ich bin echt überrascht. Dachte es wäre alles sehr viel lahmer.

Aber es gibt kein Entrinnen vor den Anderen. Egal wo ich mit dem Auto bin, ich werde permanent angesprochen. Positiv wie negativ (obwohl das Positive tastächlich bisher überwiegt). Das ist echt sehr Krass. Stört mich auch ein wenig, aber Adel verpflichtet....
Angenehmer war es dagegen auf dem Motorhaubensitzen am Samstag. Da kam ich zwar so gut wie garnicht über das Treffen, weil mich alle Bekannten und Freunde direkt belagerten, aber da war das ja Ok. Haben ja alle schon ewig darauf gewartet.
Oh, Bilder habe ich davon diesmal keine gemacht. Vielleicht hat ja jemand ein paar von dem Abend?

Bevor ich die neuen Nummernschilder anschraubte, montierte ich einmal seine alten Schilder - weil es so schön ist





Das habe ich auch mal reingeschüttet. die ganze Kurzstreckenscheiße hat sicherlich viel Ablagerungen hinterlassen. Der Glaube versetzt Berge...

Das hier ist allerdings Handfester. Wieder einen Ölwechsel gemacht. Nun habe ich aber 30er Einbereichsöl eingefüllt - und natürlich den Filter gewechselt.

Daran muß sich die Nachbarschaft jetzt gewöhnen.



Donnerstag, 15. September 2016

CO

Am Samstag wurde noch ein wenig Feinarbeit gemacht. Zündung nochmal eingestellt, warm laufen lassen, bissel über die Feldwege gefahren und dann mal an das CO-Messgerät gehangen.
Oha, 1,3 - 1,4% scheint ein wenig...wenig.
Also der Gemischschraube einen kleinen Schubs Richtung Fett gegeben bis der Wert sich bei einem gemütlich 3,8% eingependelt hatte.
Kurze Probefahrt gemacht und erkannt, daß das Ansprechen des Motors schon um Welten besser war.
So, jetzt wird es aber Zeit das ich ihn mal langsam anmelde.

Man kommmt zu nix.








Freitag, 9. September 2016

Fehlerquelle

Letztens viel auf, das der zusätzlich angebrachte (durchsichtige) Filter sich beim Lauf des Motors nicht anständig mit Benzin füllte. Sogar Luftblasen waren zu erkennen. Das roch nach Undichtigkeiten.
Ein Austritt von Benzin war nicht zu erkennen, aber irgendwo mußte die Luft ja herkommen.
Jetzt hat der 170er starre Benzinleitungen, welche aber an diversen Stellen unterbrochen werden. Zwei der Stellen sind schonmal der Benzinhahn und der fest installierte Treibstoffilter.
Als erstes mal den Treibstoffilter geöffnet. Und da hatten wir schonmal zwei Probleme:



Die Deckeldichtung hatte sich vom ursprüglichen Gummi in Richtung Hartplastik transformiert. Das schiebe ich jetzt mal auf den modernen Sprit, denn alt war die Dichtung nicht, aber offensichtlich nicht für die neuen Treibstoffe geeignet. Der Filter sowie der in der Filterkammer befindliche Sprit waren zudem mit vielen kleinen Gummiteilchen durchsetzt.
Hmmm, offensichtlich war die Dichtung des Benzinhahnes ebenfalls der Zerstörung anheim gefallen.
Nachdem dieser zerlegt war, wurde der Verdacht bestätigt:


Jau, die ist auch Schrott
Nun gilt es Dichtungen zu besorgen, welche den heutigen Anforderungen entsprechen. Jetzt liegt das Geraffel natürlich sinnlos herum und im Auto klafft eine Lücke. Ich sehe aber nicht ein das der Wagen deswegen inmobil ist. Deswegen habe ich Lücke zwischen den Leitungen mit einem ordinären Spritschlauch überbrückt.

Eine weiter Panne ergab sich an der Bremse hinten links. Die Bremswirkung war nicht so dolle und die Handbremse ließ auch zu wünschen übrig. Also erstmal die Trommel ab, aber da war nix außer den noch neuen Belägen zu erkenne. Deren Auftragbild war nicht so berauschend, aber da gebe ich ihnen einfach noch Zeit. Das schleift sich sicher noch ein.
Aaaaber die Handbremse hatte tatsächlich einen Defekt.




Die Wicklung welche die Außenhülle in Form hält wenn sich das Bremsseil spannt, war gebrochen. Deshalb konnte die Kraft nicht sauber auf die Beläge übertragen werden, denn die Hülle wölbte sich dabei stark nach Außen.

Ich habe das Problem mit eine Manschette aus Draht gelöst.







Sonntag, 4. September 2016

Man lernt nie aus....

Die Laufkultur des Motors der Zündapp lies seit dem Neuaufbau zu wünschen übrig. Irgendwie läuft sie im Teillastberreich unbefriedigend.
So rau und unrythmisch.
Das nervt.
Nun ja, es ist ja jetzt auch wieder vieles neu und nicht mehr so ausgelutscht. Allerdings ist der Vergaser natürlich auch schon ein paar Monde gelaufen und die Grundeinstellung dürfte nicht mehr so ganz zum Rest passen. Also wechselte ich mal die Hauptdüsen hin und her und machte Fahrversuche. Mit der kleinsten Düse lief sie gut, aber kam oben rum nicht mehr aus dem Quark. Die mittlere (original verbaute) ist schon zu viel des guten gewesen. Und die ganz große war ähnlich doof.
Hmmm, die mittlere Düse lief auch schon laaaange im Vergaser und war auch eher schon oval.
*Hüstel*

Also mittlere Düse und Nadel mal neu bestellt. Gibt es nach etwas suchen auch noch von Bing.



Gut, das brachte schon ziemlich viel, aber noch nicht so richtig das top Ergebnis.
Mit der angegebenen Grundeinstellung im Handbuch komme ich nicht dahin wo ich hin will. Damit läuft sie nicht so gut.
Also doch mal das mächtige Internet bemüht. Viel gelesen - auch viel dummes Zeug. Aber irgendwann bin ich doch auf etwas gestoßen, was mich stutzig gemacht hat.
Ich wußte ja, das der Motor in meiner nicht mehr der Originale ist. Er ist von einer DB 201. Gleiche Leistung nur anderer Vergaseranschluß (schräg statt gerade).
Nun ja, dort stand, das die überall evrbreiteten Angaben (im WHB und im Netz) wohl eher falsch sind bzw. falsch kopiert wurden usw.
Tja, ich habe hier auch nur eine Kopie des WHB, aber eine gute zumindestens.
Naja, jedenfalls stand dort, daß die Angaben des Zündzeitpunktes falsch wären. Statt 2-3mm vor O.T., solle es doch bitteschön 4,5mm vor O.T. sein.
 
Ok, sowas ist möglich!

Das original WHB vom 170er z.B. hat auch diverse Fehler, welche erst im Nachtrag ausgeräumt werden. Vielleicht ist dies beim WHB der Zündapp auch so. Nur hat halt kaum noch einer den Nachtrag (?).

Jedenfalls habe ich das mal gemacht und war doch recht überrascht. Also es läuft gut. Der Motor ist spritziger und schafft Steigungen doch um einiges besser. Nich supergeil, weil es sind halt immer noch nur 7,5 PS, aber doch deutlich vernehmbar im Gegensatz zu vorher.
Kerzenbild natürlich dauernd kontrolliert, aber das gab keinen Grund zur Klage. Schön Rehbraun.
Jetzt stelle ich kleinen Schritten noch den Vergaser auf einen für mich angenehmen Bereich ein und dann ist es wohl gut.